Canon EOS M

May 02, 2013  •  Kommentar schreiben

Immer wieder werde ich von Freunden und Kollegen nach meiner Meinung beim Kamerakauf gefragt. Ich finde es sehr schwierig zu diesem Thema zu beraten, da die Ansprüche des "normalen Hobby Fotografen" natürlich grundsätzlich sehr unterschiedlich sind, zu den Ansprüchen die ich an meine Kameras stelle. Ausserdem wird der Kameramarkt ja laufend von einer Welle neuer Kameras überschwemmt und es ist beinah unmöglich bei dieser Vielzahl von Kameras noch irgendwie den Überblick zu behalten.

Oft werde ich nach meiner Meinung zu Spiegelreflexkameras (SLR) gefragt. Ich bin Canon Fotograf und von daher kenne ich mir auch nur mit Canon gut aus. Das bedeutet aber nicht, dass die anderen Firmen keine guten Kameras anbieten. Da kenn ich mich einfach nicht sehr gut aus. Canon unterscheidet zwischen 3 Kameraarten: Amateurkameras (dreistellige Zahl, z. B. 550d), Semiprofikamera (zweistellige Zahl, z. B. 60d) und Profikamera (einstellige Zahl, z. B. 5d). Grundsätzlich macht natürlich eine Spiegelreflexkamera bessere Fotos als eine kleine Digitalkamera. Allerdings spielen die Objektive auch eine wichtige Rolle. Meiner Meinung nach ist der Kamerabody nur nebensächlich, wenn man bei den Objektiven nicht spart. Generell ist es bei Objektiven so, um so weniger Brennweite um so bessere Qualität des Glases im Objektiv. So wird ein Objektiv mit einer Festbrennweite von 50 mm immer viel besser Bildqualität haben als ein super Reisezoom (welcher natürlich sehr praktisch ist) mit 18-250 mm Brennweite. Grundsätzlich sollte man sich vor dem Kauf einer SLR eine wichtige Frage stellen: brauche ich eine SLR und werde ich diese auch benutzen. Es wäre ja schade, wenn die Kamera dann nur im Schrank herumliegt. Der wichtigste Entscheidungsgrund gegen eine SLR ist sicher das hohe Gewicht und die Grösse. Wenn ich auf Reise bin oder eine Städtetour mache, kann eine SLR mit Objektiven etc. ganz schönes Gewicht auf der Schulter bedeuten.

Für alle die von dem hohen Gewicht und der Grösse der SLR jetzt abgeschreckt sind, möchte ich gerne meine Erfahrungen mit meiner neusten Erungenschaft, der EOS M teilen. Wir haben bisher immer eine private kleine "Digiklitsche" (wie ich die kleinen Digitalkameras liebevoll nenne) gehabt. Schliesslich möchte man ja nicht immer mit einer grossen Spiegelreflexkamera herumlaufen. Manchmal muss einfach die "Kleine" herhalten. Praktischer Weise ging die letzte Kamera gerade verloren als die EOS M auf den Markt kam. Deshalb bestellte ich diese Kamera, da ich bisher immer sehr unzufrieden vor allem mit dem Rauschergebnissen der Kameras bei schlechten Lichtverhältnissen war. Ich denke hier trennt sich eh die Streu von dem Weizen, fast jede Kamera macht tolle Fotos bei Sonnenschein und blauen Himmel, aber in dunklen Räumen, da sieht man den Unterschied. Hier sind meine Testergebnisse (natürlich auch mit Fotos):

Die EOS M ist kein Ersatz für eine Spiegelreflexkamera, aber sie kommt ganz schön nah dran. Die Positiven Seiten: ganz klar Nr. 1 für mich ist die Grösse. Passt in die Jackentasche. Handlich! Toll! Und das Touchscreen Display ist einfach nur super einfach zu bedienen. Bildqualität kommt natürlich nicht ganz an einen Spiegelreflex ran aber ich bin beeindruckt, wie toll die Fotos selbst in schlechten dunklen Lichtbedingungen werden. Das Rauschverhalten ist toll und ich liebe den kleinen Aufsteckblick. Der hat eine viel bessere Position als ein "normaler" Blitz. Und als Bonus macht die Kamera auch noch super Videos. Negativ aufgefallen ist mir: an eine Sport SLR kommt die Kleine dann doch nicht ran. Bei unseren Testfotos beim Skifahren erinnerte mich die EOS M an meine erste digitale Spiegelreflexkamera die EOS 10d. Die konnte bei Rafting immer nur 6 Fotos am Stück machen und musste dann erstmal "laden". Die EOS M funktioniert ähnlich. Sie hat ne tolle und auch sehr schnelle Serienbildfunktion, aber nach einen bestimmten Bildanzahl kommt sie dann doch ganz schön ins stocken und bei mir ging teilweise gar nichts mehr, genau in der Sekunde, wo ich doch gerne ein Foto gemacht hätte. Ein weiteren Nachteil finde ich das Display. Ich bin kein riesen Fan, weil man bei Sonnenschein einfach nichts sehen kann und nur noch blinde Fotos macht. Ich schaue halt lieber durch einen richtigen Sucher. Dies hat natürlich nichts mit der Touchscreen Funktion des Displays zu tun. Die finde ich sehr gut und sehr Bedienerfreundlich.

Ich habe die EOS-M bereits einer Freundin empfohlen und diese hat sich die EOS-M 2 Tage vor ihrem Afrika Urlaub zugelegt. Trotz dieser kurzen Zeit sich mit der Kamera anzufreunden, sind die Fotos wirklich vorzeigbar geworden.

Mein persönliches Fazit: Wer gerne eine Digitalkamera im handlichen Format mit toller Bildqualität und einfacher Bedienung selbst bei schlechten Lichtverhältnissen möchte, hat mit der EOS M seine Kamera gefunden.

Hier noch ein paar meiner Probefotos (alle komplett unbearbeitet):

Nicht die besten Wetterbedingungen, aber trotzdem ein zufriedenstellendes Ergebnis.

Hier sieht man sehr schön das Problem mit dem "blinden Fotografieren" wenn Sonne aufs Display fällt

Mit ein bisschen Gedult und Übung sind mit der EOS M super tolle Sportfotos möglich

Eric Martin Konzert in Uster: hier kann man sehr schön das gute Rauschverhalten sehen, das Bild wurde mit ISO 1600 ohne Blitz aufgenommen


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